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Fahretoft

Wer mit dem PKW von Bredstedt kommend Fahretoft erreichen will, der fährt auf ehemals seetüchtigen Deichen, die ihre Bedeutung durch spätere Neueindeichungen verloren haben.

 

Die Hallig Fahretoft wurde 1633 durch den Mariendeich, heute Holländerdeich, mit Waygaard verbunden und einige Jahre später endgültig gesichert.

 

Das nordfriesische Schicksalsjahr 1634 - bekannt durch die 2. Manndränke, bei der ca. 6000 Menschen und 50 000 Stück Vieh ertranken -verschonte auch Fahretoft nicht, doch blieb die Landmasse erhalten.

 

Gesiedelt wurde vor der Eindeichung nur auf Warften, dann aber auch unmittelbar an den Deichen. Alle anderen Häuser entstammen dem letzten Jahrhundert. Weit im Westen und unmittelbar am Wattenmeer gelegen lebten die Fahretofter lange Zeit in Abgeschiedenheit.

 

Erst der Bau des Hauke-Haien-Kooges (Deichschluss 1959) brachte die Wende:

Fahretoft erhielt feste Straßen mit einer Betonbrücke bei Waygaard, Trinkwasser aus der Leitung und elektrisches Licht für alle. Ursprünglich waren die Friesenhäuser landschaftstypisch mit Reet gedeckt, hatten Sprossenfenster, eine „Klönschnacktür" und einen Viehstall und Wohnbereich mit einem sturmflutsicheren Ständerbau.

 

Die Menschen lebten von der Landwirtschaft, dem landwirtschaftlichen Nebenerwerb, arbeiteten als Deicharbeiter oder waren Handwerker. Gesprochen wurde friesisch, plattdeutsch und hochdeutsch in der Schule. Fahretoft hat den Charme eines Friesendorfes bis heute erhalten können und viele Bestandteile des Dorf- und Landschaftsbildes legen davon Zeugnis ab.

 

Auch die Vielsprachigkeit ist noch allgegenwärtig.